Microlearning wird zum Standard in der Wissensvermittlung

Tirol (26.11.2018) – Die Digitalisierung stellt traditionelle Lernmethoden in Frage. Microtraining wird zunehmend zum Problemlöser in Betrieben.

„Wo fängt Digitalisierung an?“ – zu diesem Thema lud die Tiroler Tageszeitung zu einem Round Table mit Experten. Mit dabei war Bildungs- und Digitalisierungsexperte Dieter Duftner, Gründer und Geschäftsführer von duftner.digital. „Die Digitalisierung beginnt bereits im Kopf. Denn noch nie in der Geschichte waren wir mit einer derart großen Flut an Informationen konfrontiert und um das tagtäglich zu bewältigen, braucht es ein völlig neues Denken und auch ein neues Lernen“, erklärte Duftner. Das Thema Aus- und Weiterbildung müsse im digitalen Zeitalter neu gedacht werden. Die Zeiten, in denen man sich beispielsweise monatelang abends oder am Wochenende in einen Buchhalterkurs setzt, seien vorbei. Die Überlegung müsse laut Duftner lauten, wie kann zeit- und ortsunabhängig innerhalb kürzester Zeit so gelernt werden, dass aus Wissen Kompetenzen werden. Duftner setzt sich seit zehn Jahren intensiv mit dem Thema auseinander. 2010 gründete er das Institute of Microtraining (IOM), das heute zu den innovativsten Trainingsanbietern Europa gehört. Den Erkenntnissen der Lernforschung entsprechend, werden bei IOM kurze Präsenztrainings im Unternehmen mit Mobile Learning kombiniert. Anfang 2018 hat Duftner seine Kompetenzen gebündelt und den Unternehmensverbund dufter.digital gegründet.

Digitalisierung der Weiterbildung

Der kürzlich veröffentlichte Studienbericht „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ basierend auf einer Studie des TÜV-Verbands und des Digitalverbands Bitkom, für die 504 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland befragt wurden, zeigt, dass auch wenn digitale Lernformaten in vielen Unternehmen bereits bekannt sind, die digitale Transformation der Weiterbildung dennoch erst am Anfang steht. Weiterbildung sei laut der Studie in Deutschland noch immer vor allem durch konventionelle Präsenzformate geprägt. Dabei seien digitale Angebote viel leichter in den Arbeitsalltag zu integrieren und steigerten zudem Motivation und Lernerfolg. Bitkom-Präsident Achim Berg: „Nie war es für Mitarbeiter einfacher, unabhängig von Zeit und Ort zu lernen – direkt am Arbeitsplatz, auf Bahnfahrten, im Wartezimmer oder in der Mittagspause. Zudem können die Inhalte besser und zielgerichteter vermittelt werden.

Mag. Dieter Duftner

Dieter Duftner ist der Gründer der Dachmarke duftner.digital.

 

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Nano-Degrees kommen

Für Duftner ist klar: In Zukunft werden Nano-Degrees kommen und eine neue Ära von Bildungsabschlüssen einläuten. Dreijährige Ausbildungen, wie etwa ein Bachelor-Studium würden viel zu lange dauern. Viel zu groß sei mittlerweile der Fachkräftemangel geworden, Firmen müssen laufend eigene oder neue Mitarbeiter schulen und ausbilden. „Und zwar schnell, effektiv und ressourcenschonend. Das ist mit Microtraining verbunden mit mobilem Lernen, also Lernen am Smartphone möglich“, erklärte Duftner.

Freude am Lernen

Den modernen Weg in Sachen und Aus- und Weiterbildung hat das Rote Kreuz in Tirol schon gewagt und österreichweit, als erster Landesverband, Erste-Hilfe-Schulungen via Lern-App angeboten. Robert Moser, Präsident vom Roten Kreuz Tirol war ebenfalls Teil der Expertenrunde. „Das mobile Lernen ersetzt keinen Erste-Hilfe Kurs aber zum Auffrischen oder Festigen von Wissen hat sich diese Form des Lernens als hervorragend geeignet herausgestellt“, berichtete Robert Moser. Die Freude am freiwilligen Lernen sei deutlich angestiegen, zeigte die Evaluation.
Die Zeiten seien vorbei, wo Mitarbeiter in Seminarräume geholt werden, um sie ordnerweise mit Informationen zu Kartellrecht, Datenschutz oder Arbeitssicherheit zu unterweisen oder per Newsletter via E-Mail zu bombardieren. Heute bekommen Mitarbeiter diese Inhalte in so genannten Lern-Nuggets als Push-Mitteilungen aufs Handy geschickt. Nach einiger Zeit werden sie aufgefordert, Fragen zu beantworten. Damit werde sichergestellt, dass sie die Informationen auch gelesen, wahrgenommen und verstanden haben, erklärte Duftner. „Die zwei blauen Häkchen am Display verraten ja nur, dass eine Mitteilung geöffnet wurde.“
Technisch gesehen ist die Digitalisierung weit fortgeschritten. Die entsprechende und zeitgemäße Wissensvermittlung stecke allerdings noch in den Kinderschuhen, meinte Duftner. Jetzt gehe es darum, aus vielen Seiten Papier relevante Inhalte herauszufiltern, und daraus Informations- und Lernangebote zu schaffen, die pädagogisch und hirngerecht aufbereitet und auf jeden Lerntyp abgestimmt sind.

Hier geht’s zu Studie:
https://bit.ly/2OR6K0J

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